Aktuelles

04. Juli 2017

UNESCO-Welterbekomitee tagt vom 2. bis 12. Juli in Krakau

In Krakau, und damit erstmalig in Polen, haben am Sonntag die Beratungen des UNESCO-Komitees zum Welterbe begonnen. Präsident Andrzej Duda nahm die rund 3000 Welterbe-Experten auf der Wawelburg, die bereits seit 1978 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist, in Empfang. In diesem Jahr sind 35 Stätten für die UNESCO-Welterbeliste nominiert, darunter drei Stätten aus Deutschland.

Das UNESCO-Welterbekomitee, das sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammensetzt, entscheidet seit 1972 jährlich über die Aufnahme neuer Kultur- und Naturstätten in die Welterbeliste sowie über Erweiterungsanträge. Zwar ist der prestigeträchtige Welterbetitel nicht mit Geld verbunden, gilt aber als wirksames Marketinginstrument des Tourismus und bedeutender Motor für die Denkmalpflege. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem ihr universeller natur- oder kulturhistorischer Wert und die gleichzeitige Verpflichtung der Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und für künftige Generationen zu bewahren. Bisher stehen auf der Liste des UNESCO-Welterbes 1.052 Kultur- und Naturstätten in 165 Ländern. Deutschland verzeichnet bislang 41 Welterbestätten, darunter der Aachener sowie der Kölner Dom, die Luther-Gedenkstätten in Eisleben und Wittenberg, die Wartburg und das Gartenreich Dessau-Wörlitz.

Vor der Beratung über die Aufnahme neuer Stätten stehen aber zunächst Debatten über gefährdetes Welterbe auf dem Programm. Weltweit gelten 55 der insgesamt 1052 Stätten als akut gefährdet - darunter alle sechs Stätten in Syrien wie etwa Aleppo, Damaskus und die Wüstenstadt Palmyra. Krieg und Terror haben dort zu Schäden unvorstellbaren Ausmaßes geführt. Auf den Prüfstand gestellt wird zudem der Welterbestatus des historischen Zentrums von Wien, der durch den geplanten Bau eines Hochhauses gefährdet ist. In diesem Zusammenhang: Bereits im Jahr 2009 wurde dem Dresdener Elbtal nach dem Bau der Waldschlößchenbrücke der Welterbetitel wieder entzogen.

Aktuell stehen 35 Orte auf der Nominierungsliste. Deutschland hat sich mit Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg, dem Naumburger Dom und der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut sowie mit Bauhausstätten in Dessau und Bernau beworben.

Die Höhlen auf der Schwäbischen Alb gelten mit als die wichtigsten archäologischen Fundstätten: Die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40 000 Jahre alte «Venus vom Hohle Fels», wurde dort gefunden. Für den Naumburger Dom ist es bereits der zweite Anlauf um die Anerkennung als Welterbe, nachdem noch der erste Antrag 2015 vom Welterbekomitee aus formalen Gründen zurückgewiesen wurde. Der Dom gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters. Hauptattraktionen sind ihre zwölf lebensnah geschaffenen Stifterfiguren - vor allem die Skulptur der Uta von Ballenstedt, der „schönsten Frau des Mittelalters“, zieht noch heute die Betrachter in ihren Bann. Mit der dritten Nominierung soll das bereits bestehende Welterbe Bauhaus in Dessau und Weimar um die Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau und ein Schulgebäude in Bernau erweitert werden. Über die deutschen Nominierungen wird nach Angaben des UNESCO-Komitees in Bonn voraussichtlich zwischen dem 7. und 9. Juli entschieden.

Bei all‘ unseren sorgfältig geplanten Studienreisen widmen wir immer dem Besuch ausgewählter UNESCO-Welterbestätten eine große Aufmerksamkeit. Schließen Sie sich an und entdecken Sie auf unseren Studienreisen faszinierende Zeugnisse vergangener Kulturen, künstlerische Meisterwerke und einzigartige Naturlandschaften – ein Erbe von unschätzbarem Wert, dessen Erhalt durch Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste unter besonderem Schutz steht.




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